Traditionelle und komplementäre Medizin · Behandlungsratgeber
Blutiges Schröpfen
Blutiges Schröpfen (Hijama): Beurteilung im Vorfeld, Grenzen der Evidenz, Blutungs- und Infektionsrisiken sowie Informationen zur Nachsorge.
Aktualisiert: · Allgemeine Information
Blutiges Schröpfen: welches Vorgehen wird gewählt?
Hijama ist das blutige Schröpfen und gehört zu den Verfahren der traditionellen und komplementären Medizin. Der Eingriff muss unter sterilen Bedingungen sowie unter fachlicher Aufsicht und Kontrolle erfolgen und gilt als unterstützendes Vorgehen. Eine Sitzung dauert durchschnittlich 30 bis 45 Minuten.
Bereiche der Beurteilung und Anwendung
- Durchführung unter sterilen Bedingungen mit Einwegmaterial
- Durchführung unter Aufsicht einer Fachärztin oder eines Facharztes
- Ein unterstützender komplementärmedizinischer Ansatz
Erwartungen und Grenzen der Forschung
Beim blutigen Schröpfen wird die Hautbarriere durchbrochen. Zwar gibt es Untersuchungen zu bestimmten Schmerzzuständen, doch ist die Evidenzqualität begrenzt. Entscheidungen sollten nicht auf Behauptungen wie Entgiftung, Vorbeugung aller Krankheiten oder Überflüssigmachen bestehender Therapien gestützt werden.
Beurteilung hinsichtlich Blutung und Infektion
Besprochen werden Blutarmut, Gerinnungsstörungen, die Einnahme von Blutverdünnern und Hauterkrankungen. Sterilität und Einwegmaterial sind wichtig, beseitigen aber nicht jedes Risiko. Narben, Hautschäden und Infektionen können auftreten. Bei zunehmender Rötung, Sekretion oder Fieber nach dem Eingriff sollte ärztliche Hilfe gesucht werden.
Was wird beim Erstgespräch beurteilt?
Besprochen werden Ihre Krankengeschichte, Ihre aktuellen Beschwerden, Ihre Medikamente und Ihre Bedürfnisse im Alltag. Vorhandene frühere Befunde können Sie mitbringen. Geeignete Optionen werden nach der ärztlichen Beurteilung gemeinsam erörtert.
Ihre Fragen
Patienteninformationen
Reinigt Hijama das Blut?
Diese Aussage sollte nicht als belegter allgemeiner Gesundheitsnutzen dargestellt werden. Für die Anwendung sollten ein konkretes Ziel, Alternativen und Risiken besprochen werden.
Ist eine Anwendung in kurzen Abständen nützlicher?
Häufigere Anwendung bedeutet nicht größeren Nutzen. Wiederholter Blutverlust und Hautwirkungen müssen beurteilt werden.




























