SCHMERZ UND ORTHOPÄDIE · Gesundheitsratgeber
Wodurch entstehen Knieschmerzen? Symptome und Behandlungsansatz
Wodurch entstehen Knieschmerzen? Beurteilung von Schwellung, Blockierung, Treppenschmerz und Belastungsproblemen sowie ein individuell angepasster Behandlungsansatz.
Aktualisiert: · Allgemeine Information

Wen betrifft es?
Das Knie ist eines der größten Gelenke des Körpers und trägt im Alltag erhebliche Lasten, was es anfällig für Verletzungen und degenerative Veränderungen macht. Häufig betroffen sind Personen, die Sportarten wie Ski, Basketball oder Fußball ausüben, Übergewichtige sowie Menschen mit altersbedingter Degeneration. Diffuse, nicht lokalisierbare Knieschmerzen gehen meist von intraartikulären Erkrankungen aus, während umschrieben empfundene Schmerzen aus dem umgebenden Gewebe stammen können.
Ursachen und Diagnose
Es lassen sich drei Hauptursachengruppen unterscheiden: traumatische Verletzungen (Riss des vorderen Kreuzbands, Meniskusschaden, Seitenbandverletzungen), degenerative Zustände (Arthrose, Meniskusdegeneration) und entzündliche Erkrankungen (rheumatoide Arthritis, Spondyloarthritis). Auch der patellofemorale Schmerz sowie Entzündungen des umgebenden Gewebes wie Tendinitis oder Bursitis gehören zu den häufigen Ursachen. Zur Abklärung einer entzündlichen Arthritis können Blutwerte dienen, bei fehlendem Ansprechen auf konservative Therapie oder bei Instabilität die MRT und zur Beurteilung von Gelenkerguss, Tendinitis oder Bursitis die muskuloskelettale Sonografie.
Behandlungsansatz
Die meisten Betroffenen bessern sich mit konservativen Maßnahmen wie Medikamenten, physikalischer Therapie, Bewegung und gezielten Injektionen. Bei entzündlichen Formen können entzündungshemmende Medikamente die Schmerzen lindern; bei akutem Trauma wird eher Kälte, bei Arthrose eher Wärme angewendet. Auch minimalinvasive Optionen wie PRP, Prolotherapie und Steroidinjektion können erwogen werden. Geeignetes Schuhwerk, eine kontrollierte Steigerung der Belastung, Gewichtskontrolle, das Vermeiden langen Hockens, Aufwärmen und regelmäßiges Beinkrafttraining können das Verletzungsrisiko senken.
Welche Angaben sind bei der Knieuntersuchung wichtig?
Es wird erfragt, ob die Beschwerden nach einer Verletzung oder allmählich begannen und ob Schwellung, Blockierung oder ein Wegknicken auftreten. Schmerzen um die Kniescheibe, entlang des Gelenkspalts und in der Kniekehle können unterschiedliche Ursachen haben. Auch Hüftkraft und Fußbelastung können während der Bewegung geprüft werden.
Wie wird die Rückkehr zur Aktivität geplant?
Ziele wie Treppensteigen, Hocken, längere Spaziergänge oder Sport werden einzeln angegangen. Das Programm wird anhand von Kraft, Bewegungsumfang und Reaktion auf Belastung gesteigert. Ein überwärmtes, gerötetes und geschwollenes Knie mit Fieber oder die Unfähigkeit, nach einer Verletzung zu belasten, muss unverzüglich abgeklärt werden.
Ihre Fragen
Patienteninformationen
Ist ein Geräusch im Knie ein Krankheitszeichen?
Ein schmerzloses Geräusch allein zeigt keine Erkrankung an. Geht es mit Schmerzen, Schwellung, Blockierung oder Funktionsverlust einher, ist eine Untersuchung erforderlich.
Ist bei jedem Knieschmerz eine MRT nötig?
Nein. Bildgebung wird gewählt, wenn sie nach der Untersuchung als sinnvoll erachtet wird. In manchen Fällen genügt eine Röntgenaufnahme; bei manchen Beschwerden ist gar keine Bildgebung erforderlich.




























